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Archive for April 2010

Ich brauche eine Glühbirne für meine neue Schreibtischlampe. Kein Blog-Eintrag wert… wenn ich die den eben bei meinem kleinen Grocery-Shopping-Trip nach Harborne auch bekommen hätte. Wäre eine Lampe ein hoch technisches Arbeitsutensil, hätte ich mich vielleicht vorab erkundigt, was ich für den Betrieb brauche… so habe ich bei amazon einfach das billigste Ding bestellt – 40W, E27, Gewindefassung. Zu finden sind hier aber nur seltsame Schnappgewinde.

Eckiges Schwein in rundes Loch

Und die Teile, die es als Gewinde gibt, sind keine Energiesparlampen. Die brauche ich nicht nur aus ökologischen Gründen (machen wir uns nichts vor: meine Mitbewohner drehen die Heizung in der Küche – ja, auch heute – auf 5, reißen das Fenster auf und laufen dann bibbernd in dickem Pulli in der Gegend rum…). Ich brauche eine nicht erhitzende Glühlampe (also, eine Lampe die NICHT glüht, sondern nur leuchtet), weil England meine alte Schreibtischlampe für gefährliches Teufelswerk hält, mit dem ich durch das Umlegen eines einzigen Schalters den gesamten Wohnblock in minutenschnelle wie Zunder zu Asche brennen könnte. Start des Großbrands wäre die hässlichste Gardine der Welt in meinem Zimmer – kein Verlust.

In der Tat ist meine ganze WG bei der letzten Wohnungsinspektion (!!!) durchgefallen, weil ich diesen Feuerwerfer bei mir auf dem Schreibtisch hatte. Als Egoist habe ich so getan, als hätte ich die Lampe entsorgt, hab sie in dunklen, traurigen Nächten als trostspendende Lichtquelle aber trotzdem wieder hervorgeholt. Konnte ja keiner ahnen, dass hier einfach fremde, bierbäuchige Männer in mein Zimmer kommen, wenn ich nicht da bin (diesmal gerne ohne Vorankündigung) und mal schnell nachsehen, was alles so interessantes bei mir zu finden ist: Und wer war wieder Star der Vorstellung? Die IKEA Lampe Flammaleicht (oder so), die der gute Mann so eifrig auf dem Tisch hin und her geschoben und verbogen hat, dass ich leider beim nachhause Kommen gemerkt habe, dass jemand da war. Ganz deutsche Furie bin ich dann zur Rezeption gestampft, habe mich köstlichst darüber aufgeregt, dass in meiner Unterwäsche gewühlt wird (man muss ab und an übertreiben) und hab meine Lampe auf den Tisch geknallt: „So, da habt ihr sie – jetzt hört aber endlich mal auf deswegen andauernd [Übertreibung d.V.] heimlich in mein Zimmer einzudringen.“ Dass die Herrschaften lediglich unsere Heizstrahler abholen wollten, ist mir egal: Ich hätte es cool gefunden zu wissen, dass jemand vorhatte die Aussicht aus meinem Fenster zu genießen.

Aufregung wirkt Wunder: nach ein wenig Beruhigung kam ich mir ziemlich albern vor und traue mich jetzt nicht mehr, an der Rezeption nach irgendwas zu fragen (auch, wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass Privatsphäre was Tolles ist, was geschützt gehört). Ich mache dem Ruf der Deutschen wirklich alle Ehre und schäme mich. Es ist aber auch schwierig in der eigenen Haut.

Brauchte ich also eine neue Lampe. Das Ding ist da, ich kann keine Birne ausfindig machen (siehe oben) und trage mich mit dem Gedanken meine Mitbewohnerin an die Rezeption vorzuschicken, damit sie fragt, ob ich den Halogen-Flammenwerfer zurückbekommen könnte… weil er ein Erbstück meiner Großtante ist, den ich aus psychologischen Gründen immer um mich brauche. Natürlich würde ich die Lampe nicht mehr benutzen!!!… die Gardine kann ich auch mit einer (ebenfalls nicht erlaubten Kerze) anflammen.

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