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Posts Tagged ‘Killin in the Name’

Hab nicht den Zug genommen, bin zur (fast) richtigen Zeit und am (fast) richtigen Flughafen abgeflogen und bin deshalb – wenn auch mit vier Stunden Verspätung – Zuhause angekommen. Briten können nicht mit Schnee – falscher Aggregatzustand. Dafür haben sie „Killin in the Name“ zu Weihnachten auf Platz eins gebracht. Und da vergebe ich Wetteruntauglichkeit mit Kusshand.
Weihnachten. Wieder. Toll. Viel lernen. Hammer. Geht aber noch. Noch.
Der Lernplan ist für die Tonne: Hänge jetzt schon zwei Tage hinterher. Aber: Wenigstens habe ich einen Plan und weiß nachher, woran es gelegen hat. Ich hatte erfolgreich verdrängt, wie schwer ich mich mit Lernen tue. Nicht, weil es nicht in den Schädel geht, sondern weil ich so unglaublich ungnädig mit mir bin. Eben schlechte Laune verbreitet, weil ich heute nicht alle meine Topics geschafft habe. Das Schicksal meiner Eltern ist, dass sie mit mir eine unerträgliche Nervensäge an der Backe haben – und dass sie viel zu nett sind, um es laut zu sagen.
Letzte Woche hat mich ein Kommilitone gefragt: „Und Du wohnst bei Deinen Eltern, oder…?“ und ich hatte schon angesetzt: „Nein, nein, ich…“ … und dann (erst dann) kam es mir: Doch. Tue ich. Ignorant und arrogant, dass mir das jetzt erst kommt?! Bücher, Erinnerungen und Möbel stapeln sich im elterlichen Keller. Und jetzt das Seltsame: Völlig egal, ob ich aus Augsburg, München, London oder Birmingham getuckert komme – Zuhause bei MaPa ist immer gleich (und immer gut). Aber dass es jetzt wirklich nur noch Wohnheim und Wohnzimmer von MaPa gibt – das kam mir doch erst jetzt. Und gefragt haben sie mich auch schon, woher ich nächstes Jahr wohl zum Fest der Liebe Anreisen werde. Wenn ich das mal wüsste…
Letzte Woche gab es Christmas Dinner bei mir. Vorher schön gemeinsam mit Lucy, Ayaan und Rob im Aldi (jup, genau so wie Zuhause – die Struktur – deutsch an sich war nur der Pfefferkuchenhaus-Bausatz) und dann zu acht in der schmuddeligsten Küche Birminghams (vermutlich meine, wer eine schlimmere kennt, meldet sich gerne privat mal bei mir) ein fast richtiges Britisches Weihnachtsmahl gekocht. Lob an Ayaan, die Köchin des Abends! In den Party-Crackers zur Dekoration war ordnungsgemäß je ein schlechter Witz, irgendein Müll und ein Papierkrönchen. Tolle Sache! Diese Krönchen-Weihnachtstradition – und dass sich der Engländer auch hier keine Gelegenheit nehmen lässt, sich selbst lächerlich zu machen – liebe ich.
Weiteres Highlight (weniger weihnachtlich) war das Babyshambles Konzert in der O2 Academy (die sich besonders Freitagabend lohnt) und mein Erstaunen, dass ich nicht schon lange Pete Doherty Fan bin. Woran’s liegt, dass ich’s nicht schon war?!: An Vorurteilen. Daran. Ich lerne (für’s Leben und in der Uni) leider nur langsam. Pete ist super. Unterschätzt hatte ich: Auch, wenn die Musik Pogen nicht erfordert, ist das Männern von Anfang der 20er bis Mitte der 40er ziemlich egal. Mädchen mit Schläppchen an den Füßen hatten es in den ersten Reihen nicht leicht. Ich habe einfach mal mit gehüpft und mich des Lebens gefreut. Und jetzt – jetzt bin ich hier. Im Zimmerchen, dass irgendwie nicht mehr so ganz meins ist… Zwischenwelt. Wieso auch nicht?! Am 30. geht es nach Brum und am nächsten Tag einfach mal zu Silvester nach Cork/Irland. Gut, wenn sich die besten Freunde schöne und ungewöhnliche Lebensmittelpunkte suchen.
Also gut, wird morgen der Weihnachtsbaum geschmückt und gebetet, dass ich mit meinem Lernstoff durch komme, damit die Mundwinkelchen nicht wieder ein Eigenleben entwickeln. Ist aber auch umständlich mit mir.
Merry XMas everyone – ach, und noch was: Es wird schon!

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